In diesen 12 deutschen Restaurants in Berlin lohnt der Besuch

Bildnachweis: Jäger & Lustig

In der deutschen Hauptstadt ist so ziemlich jede Küche der Welt vertreten – wenn man typisch deutsch essen will, wird man aber auch fündig. Gerichte wie Eisbein und Königsberger Klopse findet man an vielen Orten der Stadt, in einem in Mitte gelegenen S-Bahnbogen beispielsweise oder einem über hundert Jahre alten Kreuzberger Wirtshaus oder in einem der letzten erhaltenen Ballhäuser des 20. Jahrhunderts. Gemütlich ist es überall, oft stammt die Einrichtung aus vergangenen Zeiten, dominiert Holz den Gastraum, manchmal ist sogar eine Flagge aufgehängt (es darf auch eine bayerische sein). An vielen dieser Orte spielt Bier eine Rolle, welches ebenso zu Berlin gehört wie die Dessertspezialität Kalter Hund. Diese 12 Restaurants servieren hervorragende deutsche Hausmannskost, mal mehr, mal weniger modernisiert.

 

Restaurant Hessenwinkel im Dämeritz Seehotel (Köpenick/Treptow)

Schon die Vorspeise ist typisch deutsch: eine Mousse aus Frankfurter Kräutern mit Pumpernickel, also einer Art Schwarzbrot, wobei die Kräutermischung typisch ist für die hessische Finanzmetropole. Das Restaurant Hessenwinkel liegt etwas außerhalb der Stadt, im Dämeritz Seehotel. Große Fenster geben den Blick in den Garten frei, noch besser sitzt es sich auf der Terrasse in Sichtweite des Dämeritzsees, die gegenüberliegende Uferseite gehört schon zu Brandenburg. Auf der Karte stehen nicht nur hessische Spezialitäten, sondern auch Internationales wie Steinbeißer in Feigen-Walnuss-Kruste oder eine vegane Bowl mit Kürbisragout und Quinoa. Und die Hessenwinkler Currywurst mit Apfel.

 

Lemke am Schloss (Charlottenburg)

Lemke am Schloss Berlin

Bildnachweis: Lemke am Schloss

In direkter Nachbarschaft zum Schloss Charlottenburg befindet sich Berlins älteste Gasthausbrauerei. Die Einrichtung des Lemke am Schloss ist urig und versetzt die Gäste zurück ins 19. Jahrhundert, mit Butzenscheiben, Kassettendecken und einer langgezogenen, hölzernen Theke. Dazu passt die bodenständige, süddeutsch inspirierte Karte mit Wurstsalat und Käsespätzle. Zur Oktoberfestzeit darf es auch mal eine knusprige Grillhaxe sein. Unbedingt die hauseigenen Biere probieren, die Berliner Perle oder Spree Coast IPA heißen.  

 

Ebert (Charlottenburg)

In einer ruhigen Seitenstraße des Ku’damm gelegen, punktet das Ebert mit deutscher Küche und einer gemütlichen Atmosphäre. A propos Kuh: Die hängt in Form eines Gemäldes an der froschgrünen Wand. Seit 1986 gibt es das familiengeführte Restaurant, in der Küche steht Christian Ebert, Marc und Marie Ebert arbeiten auch mit im Betrieb. Zu essen gibt es Berliner Kartoffelsamtsuppe und Spreewälder Blutwurst oder „Rinderroulade wie bei Muttern“ – hier sollen Kindheitserinnerungen geweckt werden. Dazu passt ein klassischer Nachtisch: Vanilleeis mit heißen Himbeeren.

 

Paulaner im Spreebogen (Mitte)

Die bayerische Küche ist bekannt für ihre Deftigkeit und hat weltweit viele Fans. Glücklich werden sie bei Paulaner, einem in den Spreebögen gelegenen Wirtshaus mit Platz für knapp 700 Gäste. Von der Decke hängen bayerische Flaggen, die Wände sind mit biertrinkenden Männern bemalt und gemütlich sitzt es sich unterm Tonnengewölbe. Paulaner ist der Name einer Brauerei, dementsprechend wichtig ist hier die flüssige Nahrung. „Gerste und Hopfen sind Lebenstropfen“ steht an der Wand geschrieben, soll heißen: Wer Bier mag, sollte sich dieses hier nicht entgehen lassen. Ganz typisch ist das Münchner Helle vom Fass, das meistverkaufte Hellbier aus der bayerischen Landeshauptstadt. Am besten, man bestellt dazu eine Brezel mit Kräuterquark, Radieschen und die Käsespezialität Obatzda.

 

TISK Speisekneipe (Neukölln)

TISK Berlin

Bildnachweis: TISK

Nachhaltigkeit ist im Tisk ein wichtiges Thema. Einige seiner Produkte kommen von einer außerhalb der Stadt gelegenen Farm. Die Einrichtung ist schlicht-schön, mit viel Holz und einer blaugefliesten Küchenwand. Besonders gut sitzt es sich am mitten im Raum platzierten, geschwungenen Tresen. Tisk heißt auf Altdeutsch Tisch, und auf diesem stehen Blutwurstkroketten oder eine Currywurst mit Sellerie und Hanf. Zum Teilen gedacht ist das Schwarzfederhuhn, Veganer bekommen als Hauptgang Schwarzkohl mit Fenchel, Pastinake und Meerrettich.

 

Jäger & Lustig (Friedrichshain)

Jäger & Lustig Berlin

Bildnachweis: Jäger & Lustig

Im Jäger & Lustig geht es vor allem um Gemütlichkeit. Angefangen bei der Einrichtung, die von Holz an Decken und Wänden dominiert wird und, der Name ist Programm, von Hirschgeweihen. Auf einer bunten Scheibe sind Bauernszenen dargestellt und in den warmen Monaten lädt ein hübscher Biergarten zum Draußensitzen ein. Gemütlich wird es auch auf dem Teller, in Form klassischer, herzhafter Gerichte. Hackepeter, eine Art Hackfleisch, mit Zwiebeln und Ei, Ringelbeetensuppe oder eine Kaninchenschmorpfanne. Typisch für Berlin ist die Nachspeise Kalter Hund, bestehend aus Schokolade und Keksen.

 

Schnitzelei Charlottenburg (Charlottenburg)

Direkt am Spreeufer befindet sich die Schnitzelei. Hier geht es, der Name verrät es schon, um Schnitzel. Ganz klassisch in Form eines Wiener-, also Kalbsschnitzels, oder einem vom schwäbisch-hällischen Landschwein. Für diejenigen, die es lieber vegan mögen, ist das Austernpilzschnitzel die richtige Wahl. Bei den Fisch- und Fleischgerichten wird auf artgerechte Tierhaltung geachtet. Bekannt ist das Restaurant auch für seine deutschen Tapas, Gemüsetatar mit Röstzwiebeln, eine aus Karotten hergestellte Currywurst oder Mini-Buletten. Dazu passen ein rheinhessischer Grauburgunder oder ein Pils der lokalen Brauereien Berliner Berg und Berliner Kindl. Im Sommer sitzt man auf der Terrasse, in den kälteren Monaten im schlicht gehaltenen Innenraum.

 

Max und Moritz (Kreuzberg)

Wer Lust hat auf Spezialitäten wie Eisbein mit Sauerkraut, Königsberger Klopse oder Hoppel Poppel (in Streifen geschnittener Braten), ist im Max und Moritz gut aufgehoben. Dieses Wirtshaus befindet sich in der Kreuzberger Oranienstraße, in einem denkmalgeschützten Bau, und wurde bereits 1902 eröffnet. Viel dunkles Holz im Innenraum, gemütlich wird es dank der roten Türen und blauen Wandfliesen. Die Berliner Kartoffelsuppe gibt es mit Würstchen und Speck oder auch vegan, und zum Nachtisch wird Rote Grütze mit Vanillesauce serviert. Eine weitere Spezialität des Hauses ist die Kreuzberger Molle, ein naturtrübes Festbier, gebraut von Barre, der ältesten Privatbrauerei Norddeutschlands – das gibt es in Berlin nirgendwo sonst.

 

Clärchens Ballhaus (Mitte)

Clärchens Ballhaus ist eine Institution und eines der letzten erhaltenen Ballhäuser aus dem 20. Jahrhundert. Früher wurde der Saal hauptsächlich für Tanzveranstaltungen genutzt, heute geht es mindestens so sehr ums Essen. Erst kürzlich wurde das in der Auguststraße gelegene, von einem hübschen Garten eingerahmte Gebäude aufwendig renoviert. Auch die Speisekarte wurde überarbeitet, auf der stehen jetzt neben Klassikern wie Berliner Bulettchen mit Senfcreme und Spreewaldgurken mit Dill auch ein veganes Schnitzel und ein Grilled Cheese Sandwich. Zum Nachtisch gibt es, ein Hoch auf die alten Zeiten, Milchreis mit Zimt und Zucker. Getanzt wird übrigens noch immer im Clärchens, beim Disco-Schwoof beispielsweise oder bei Salsaabenden.

 

PeterPaul (Mitte)

PeterPaul Berlin

Bildnachweis: PeterPaul

Zum besonderen Konzept des PeterPaul gehört, dass Gerichte geteilt werden, damit möglichst viel probiert werden kann. Küchenchefin Jacqueline Gerber serviert deutsche Klassiker wie Ochsenschwanzsuppe, Matjes oder Berliner Buletten mit Senfcreme, alles in Miniportionen. Weiter geht es mit Fischstäbchen, Sauerbraten oder Rote-Bete-Knödel, als Dessert folgt Schwarzwälder Kirsch. Der Name des Restaurants bezieht sich übrigens auf den Maler Paul Maier-Pfau, dessen Gemälde überall im Gastraum aufgehängt sind – und der der Großvater des Restaurantbetreibers David Canisius war. Bei gutem Wetter können die Gäste auch auf der Terrasse Platz nehmen und das trubelige Leben auf der Torstraße betrachten.

 

einsunternull (Mitte)

Seit 2015 gibt es das von Ivo Ebert geführte Restaurant, sein Name einsunternull bezieht sich auf die Tatsache, dass die meisten Sitzplätze im Keller liegen, also eine Etage unter der verkehrsreichen Hannoverschen Straße. Dort unten kommen sehr besondere Gerichte auf den Tisch: Forelle mit fermentierten Erdbeeren, Misomuscheln oder Rind mit Wirsing und der indischen Gewürzmischung Vadouvan. Dem Koch Silvio Pfeufer geht es darum, die klassische Berliner Küche auf moderne Art zu interpretieren. Das Restaurant hat eine eigene Weinserie entwickelt, bestehend aus sieben, in Zusammenarbeit mit bekannten Winzern wie Markus Molitor entstandenen Weinen. Ebenso lohnenswert ist allerdings die alkoholfreie Getränkebegleitung, mit selbstgemachtem Erdbeer-Acqua-Fresca mit Zitronenverbene oder Grapefruit-Fliederlimonade.

 

Walid Speisemeisterei (Prenzlauer Berg)

Besitzer Walid Abawi geht es darum, Traditionen zu wahren und sie respektvoll zu modernisieren. In seinem hellen, freundlichen Gastraum hängen Landschaftsgemälde und Porträts an der Wand, auf den Tischen stehen frische Blumen. Gekocht wird deutsch. Zum Tatar vom Weiderind gibt es das Brot der beliebten Bäckerei Domberger, als vegetarischen Hauptgang gefüllte Spitzpaprika. Wer Fleisch isst, freut sich über original Königsberger Klopse mit Salzkartoffeln. Der anschließende Schokokuchen wird mit Eierliköreis serviert. Ehrensache, dass auch die Weine überwiegend aus Deutschland kommen, Weißburgunder von der Nahe etwa oder sächsischer Goldriesling.