22 Restaurants, die Berlins Restaurantsezene außergewöhnlich machen

Bildnachweis: Lovis

Für einige ist das ikonische Gericht der deutschen Hauptstadt die Currywurst. Mag sein, aber weit darüber hinaus hat Berlin sich in den letzten Jahren zur internationalen Food-Metropole gewandelt. Und zwar dank ihrer Vielfalt. Es gibt Drei-Sterne-Restaurants wie das Rutz und mit dem Coda ein ganz auf Desserts spezialisiertes Fine-Dining-Erlebnis. Menschen stehen Schlange für vegane Donuts ebenso wie für Sauerteigcroissants nach dänischem Vorbild. Und natürlich für Döner, jenes mit Fleisch vom Drehspieß gefüllte Fladenbrot, das in der deutschen Hauptstadt erfunden wurde. Wer dieses ikonische Gericht lieber sitzend als stehend genießt, ist bei Alay by Hasir gut aufgehoben. Insbesondere Expats bereichern die lokale Kulinarik: Menschen wie die Thailänderin Dalad Kombhu und die Geflüchteten vom Kreuzberger Himmel oder Duc Ngo, ein Wahlberliner mit vietnamesischen Wurzeln. Manche Restaurants bieten eine Rundumaussicht auf die Silhouette der Stadt oder in den Berliner Zoo hinein, andere wie das hinter einer Graffitifassade versteckte 893 Ryotei punkten mit jenem Shabby Chic, der zu Berlin gehört wie das Ketchup zur Currywurst. Hier sind sie, Berlins Beste.

 

eins44 (Neukölln)

Das eins44 verbindet die berlintypische Lässigkeit mit einem ambitionierten Gastrokonzept. Kein Wunder, schließlich steckt dahinter ein gewisser Daniel Achilles, den viele noch aus dem inzwischen geschlossenen Reinstoff kennen. Vorbei die Zeiten der molekularen Experimente, im eins44 geht es handfest zu, mit regionalen Gerichten, die Achilles zeitgemäß interpretiert: Brandenburger Hirsch, einmal der Rücken, einmal Ragout, mit Kartoffelkroketten; geröstetes Kalbsbries mit Maronen und Trüffeln oder dänischer Kabeljau, Spinat und Mais – alles in Form von à-la-Carte-Gerichten. Nicht nur Naturweine bekommen hier ihren großen Auftritt, sondern auch hausgemachte alkoholfreie Alternativen, ein Kombucha mit Haselnüssen des Berliner Produzenten Pars beispielsweise. 

Essen im Restaurant: Bei gutem Wetter genießt man im Innenhof, alternativ im grün-weiß gefliesten Innenraum, dem es gelingt gleichzeitig stylisch und gemütlich zu sein.

 

Coda (Neukölln)

Ein Restaurant, das ausschließlich Desserts anbietet, ist selbst im experimentellen Berlin eine Rarität. Ja, und vor einem Zuckerschock muss sich deswegen niemand fürchten. Im Coda, einem stilvollen Neuköllner Souterrainrestaurant, verzichtet man komplett auf raffinierten Zucker, stattdessen kommt die Süße von Honig, Früchten oder sogar Gemüse. Zur Auswahl stehen fünf oder sieben Gänge. Teller wie Aubergine mit Pekannuss, Apfelbalsamico und Lakritzsalz oder eine Raclette-Waffel mit Kimchi-Joghurt bleiben lange in Erinnerung. Schokomousse gibt es auch, mit darüber geraspeltem Thunfisch. Dazu eine korrespondierende Getränkebegleitung mit oder ohne Alkohol, bestehend aus Weinen, Cocktails und Hausgemachtem. Oolongtee etwa wird mit einem spanischen Süßwein und Kardamomgeist veredelt, oder das lokale Kultgetränk Berliner Weiße mit Aquavit und Dillgeist. Erst kürzlichwurde Küchenchef René Frank von den 50 Best Restaurants zum Patissier des Jahres ausgezeichnet. 

Essen im Restaurant: Vor allem das reduzierte 22-Uhr-Menü genießt man am besten an der zentral platzierten Bar.

 

Bricole (Prenzlauer Berg)

Das Bricole ist ein sympathisches und seit 2022 auch ausgezeichnetes Kiezrestaurant. Es geht dort lässig zu, ohne Tischtuch, dafür mit frischem Blumenschmuck. Die Gerichte werden von Spotlights an der Decke in Szene gesetzt. Natürliche Materialien dominieren den Gastraum, die Bar beispielsweise ist mit Holzscheiten verziert. Früher gab es ausschließlich Hors d’œuvres, inzwischen ein ambitioniertes, aber immer zugängliches Menü, eines davon immer vegetarisch, mit einer Vorspeise wie in Buttermilch marinierter Rettich mit Dillöl. Küchenchef Steven Zeidler serviert salzgegarte Rote Bete mit Süßholz, Johannisbeere, Dillstaub und Beetensud; Kohlrabi mit Erbsen, confiertem Eigelb und Nussbutter und anschließend ein Kirschsorbet mit Joghurtrahm und Krapfen. Bricole-Besitzer Fabian Fischer ist Weinenthusiast, entsprechend wortwörtlich ausgereift ist seine Weinkarte. Dort finden sich deutsche Rieslinge – Bassermann-Jordan aus der Pfalz etwa – ebenso wie französische Chardonnays.

Essen im Restaurant: Wie es sich für ein Nachbarschaftsrestaurant gehört, sitzt man auch sehr gut draußen auf dem Bürgersteig. 

 

Faelt (Schöneberg)

Björn Swanson macht von sich reden, sei es in Form von Podcasts und TV-Auftritten (The Taste, Kitchen Impossible) oder seines ersten eigenen Restaurants. Aus dem Schwedischen übersetzt bedeutet der Name Feld und verweist auf die nordischen Wurzeln des Besitzers. Swansons Küche zollt seiner Berliner Heimat Respekt, in Form eines Brathühnchens beispielsweise, und richtet gleichzeitig den Blick in die Ferne. Petersilienwurzel im Carbonara-Style ist ebenso Teil des Menüs wie ein Nudelsalat aus Frigola Sarda und jungen Erbsen oder der britische Blauschimmelkäse Stilton, der mit Kürbiskernen kombiniert wird. Abgesehen von Weinen und einer alkoholfreien Begleitung wird vor Ort auch das Smokey Swan ausgeschenkt, das in Kooperation mit der Berliner Brewdog-Brauerei entstandene Rauchbier des Chefkochs.

Essen im Restaurant: Das Faelt befindet sich im beschaulichen Akazienkiez. Der Gründerzeitgastraum punktet mit grünen Stühlen und dunkel gestrichenen Wänden. 

 

893 Ryotei (Charlottenburg)

Zufällig landet man wohl eher nicht in diesem in einem ehemaligen Drogeriemarkt untergebrachten Restaurant. Innen punktet es mit viel Schwarz, Samt und akzentuierter Beleuchtung. Die Stimmung ist laut und vibrierend. Besitzer des 893 Ryotei ist The Duc Ngo, einer der prägendsten Hauptstadtgastronomen. 14 Restaurants betreibt der Berliner mit vietnamesischen Wurzeln inzwischen, auch in Frankfurt am Main und Baden-Baden. Die Ziffernfolge 893 spielt an auf die japanische Yakuza-Kultur, Ryotei hingegen ist die Bezeichnung für ein gehobenes japanisches Restaurant. Lange, bevor das alle machten, gab es im 893 bereits misogebeizten Kabeljau. Nicht weniger köstlich ist die mit Frühlingszwiebel und Ponzusauce servierte Aubergine und die Udon-Suppen. Nicht entgehen lassen sollte man sich die Mentaiko-Spaghettini, mit Butter, Kabeljaurogen und Nori-Blatt. Neben Wein lockt eine fernöstlich inspirierte Cocktailauswahl, darunter so Selbstironisches wie der aus Rum und Colasirup bestehende Movie oder ein Drink aus japanischem Suntory-Whiskey, Yuzu und Wermut. 

Essen im Restaurant: Außen pfui, innen hui: Die Graffiti an der Außenfassade sind ein interessanter Kontrast zum durchgestylten Innenraum.

 

Kin Dee (Tiergarten)

Kin Dee Best Restaurants Berlin

Bildnachweis: Kin Dee

Im Kin Dee vereint Dalad Kombhu, gebürtige Bangkokerin, lange Zeit wohnhaft in New York, die Küche ihrer Heimat mit Brandenburger Produkten, in Form von dreigängigen sharing menus. Bohnen etwa kombiniert sie mit Schalotten und Stachelbeeren, Schweinenacken mit Klebreis und Kirschen. Dann ist da noch der unvermeidliche Papayasalat. Statt mit der südostasiatischen Frucht, deren Transport mit einer hohen Umweltbelastung einhergeht, verwendet Kombhu regionalen Kohlrabi. Ihre Currypasten macht sie selbst, Fisch und Fleisch stammen von nachhaltigen Betrieben. Aus dem Thailändischen übersetzt bedeutet dessen Name gut essen – ein eher bescheidenes Urteil für ein Restaurant, das mit seinem Konzept Maßstäbe setzt. 

Essen im Restaurant: Das in einer Seitenstraße der trubeligen Potsdamer Straße gelegene Restaurant bekommt den Preis für die lustigste Wanddeko der Stadt. Der an die Wand gemalte Schriftzug „Höhere Wesen bezahlen“ verweist auf eine Arbeit des Künstlers Sigmar Polke.

 

Kreuzberger Himmel (Kreuzberg)

Kreuzberger Himmel Best Restaurants Berlin

Bildnachweis: Kreuzberger Himmel

Andreas Tölke vom gemeinnützigen Verein Be an Angel wollte der sogenannten Flüchtlingskrise nicht machtlos gegenüberstehen und stellte für sein 2017 eröffnetes Restaurant ein Team aus Geflüchteten zusammen, von der Küche bis zum Service. Man spürt bei jedem Teller, wie viel Herzblut hineingeflossen ist, schließlich spielt neben hoher Qualität und Geschmack immer auch Erinnerung eine Rolle. Gekocht wird Syrisch, Klassiker wie Hummus, Tabouleh und Baba Ganoush, aber auch weniger Bekanntes wie Kibbeh, Klöße aus Hackfleisch und Bulgur, oder die geröstete Hartweizenspezialität Frikeh. Dazu gibt es Bier aus dem Kloster Andechs, Weine aus dem Libanon „und selbstredend Champagner“. 

Essen im Restaurant: Der zur Straße hin geöffnete Raum holt die Stadt in den Gastraum. Alternativ nimmt man an einem der Außentische Platz. 

 

Alay by Hasir (Mitte)

Gegründet wurde Hasir 1970 in Kreuzberg, und zwar von der Familie Aygün. 15 Restaurants gibt es inzwischen in Berlin. Gemein ist ihnen der Anspruch, türkische Küche jenseits von Döner zu präsentieren. Mezze, wie die kalten und warmen Vorspeisen heißen, stehen im Fokus des Alay, einem mit Kronleuchtern und türkischer Kunst verzierten Restaurant unweit des Anne-Frank-Zentrums. Sie sind zum Teilen gedacht: eine geröstete Aubergine mit Knoblauchjoghurt beispielsweise oder mit Reis, Zwiebeln und Pinienkerne gefüllte Weinblätter. Çig Köfte heißen die kleinen Tomaten-Walnuss-Klöße, der Lahmacun, die allseits beliebte türkische Antwort auf Pizza, kommt mit Rinderhackfleisch und Walnuss. Auf keinen Fall die Desserts verpassen, die mit Eis servierte Blätterteigspezialität Katmer oder das Fadenteiggebäck Künefe. Alay will das Erlebnis einer vibrierenden Istanbuler Nacht nach Berlin bringen, wozu definitiv auch Raki gehört, jene türkische Nationalspirituose, die mal mit weniger, mal mit mehr Wasser gemischt wird.

Essen im Restaurant: Besonders gut lässt sich das Essen an einem der runden Tische teilen.

 

Einstein Stammhaus (Tiergarten)

Wer mal in Wien war, weiß um die Schönheit der dortigen Kaffeehäuser. Zeitunglesen, Sachertorte essen, Einspänner trinken. Das geht auch in Berlin, und zwar im Einstein Stammhaus, einem in der Kurfürstenstraße gelegenen Restaurant alter Schule, mit dunklem Holz, Marmortischchen und gebohnertem Parkett. Das Wiener Schnitzel kommt selbstverständlich vom Kalb, der Apfelstrudel mit Vanillesauce ist hausgemacht. Auch vormittags lohnt ein Besuch, dann wird das Frühstück mit hausgebeiztem Lachs und Eiersalat mit Flusskrebsschwänzen auf einer Etagère aufgetragen. Eine Entdeckung sind die vielen Kaffeespezialitäten. Beim eingangs erwähnten Einspänner handelt es sich um einen Verlängerten (eine Art Americano) mit Sahne, im Fall eines Pharisäers kommt noch Rum hinzu. Oder aber man gönnt sich einen Kir Royal: Champagner mit Cassislikör.

Essen im Restaurant: Es gibt verschiedene Räume für verschiedene Stimmungen, zum Essen an der weiß eingedeckten Tafel oder den typischen Kaffeehaustischchen, wenn man eher zum Trinken und Lesen kommt.

 

Madame NGO (Charlottenburg)

Das Madame NGO wird von The Duc Ngo, Berlins Spezialist für aufregende Asiakonzepte, betrieben. Im Fokus steht der französische Einfluss, der in Vietnam und insbesondere in Hanoi an vielen Ecken zu spüren ist. Schon der rote Schriftzug über der Tür verrät es: Die Brasserie steht ganz im Zeichen der Pho, Vietnams Nationalsuppe, die dort schon zum Frühstück gegessen wird. Es gibt sie mit Hühnermagen oder in der vegetarischen Variante mit Shiitake und Tofu. Französisch wird es in Form von Foie Gras, Vietnamesisch wiederum durch Bánh mì, den ikonischen Weißbrotsandwiches mit Wurst, Pâté und Koriander. Zum Abschluss einen Café Hanoi, bestehend aus vietnamesischem Kaffee und Kondensmilch. 

Essen im Restaurant: Wer nah dran sein will am Geschehen, sitzt am Tresen, mit Blick auf die riesigen Pho-Suppentöpfe.

 

Lavanderia Vecchia (Neukölln)

Wohin die Reise geht, ist klar: auf einen italienischen Dorfplatz, an einen reichlich gedeckten Tisch, an dem nicht nur gegessen, sondern auch gesungen wird. Das Prinzip ist simpel: Von Mittwoch bis Sonntag gibt es ein fünfgängiges Menü zum Festpreis. Wasser, Espresso, Wein und Digestiv inklusive. Auf Unverträglichkeiten wird ebenso Rücksicht genommen wie auf die Saison. Spinatsalat mit Walnüssen, als primo Spaghetti mit Schwertfisch, Tomatenconfit und Aubergine, als secondo Pulpo mit Kartoffelcreme und anschließend eine Zitronen-Mascarpone-Creme. All das in einem leicht zu übersehenden Neuköllner Hinterhof, in einem atmosphärischen Raum zwischen Geschirrtüchern und Wäscheleinen. Übersetzt bedeutet der Name des Restaurants nämlich Alte Wäscherei.

Essen im Restaurant: In den Sommermonaten wird das Menü draußen serviert.

 

Bonvivant Cocktail Bistro (Schöneberg)

Bonvivant Best Restaurants Berlin

Bildnachweis: Bonvivant

Ein Bonvivant ist im französischen Sprachgebrauch einer, der das Leben genießt. Der Name ist Programm im farbenfrohen, mit vielen Pflanzen begrünten Ecklokal am Winterfeldtplatz. Ein Genuss, der komplett auf Fisch und Fleisch verzichtet. Dementsprechend liegt der Fokus einerseits auf Gemüse aus der Region. Gurke wird mit geräuchertem Rettich, Fichte und Wasabi kombiniert, Aubergine mit Miso, Salsa Verde und Wildkräutern. Andererseits spielen, der Name verrät es schon, Drinks eine wichtige Rolle. Zum mit Langos und Chips verfeinerten „Pausenbrot“ passt ein Bier aus Brotabschnitten, zum Himbeer-Wildkräuterdessert ein Drink aus Bourbon, Karamell und Himbeere. Auch Alkoholfreies ist möglich, ein Eistee mit Pfirsich, Zitronenmelisse und Mandel beispielsweise.

Essen im Restaurant: Den Aperitif nimmt man am besten auf den im vorderen Bereich des kobaltblaugestrichenen Raums platzierten Samtsesseln ein. 

 

Michelberger (Friedrichshain)

Farm to table wird hier wörtlich genommen. Das Restaurant des Michelberger Hotels, direkt am trubeligen U-Bahnhof Warschauer Straße, bezieht viele seiner Produkte aus einem eigenen Stadtrandgarten. Das hypersaisonale, von Haus aus vegetarische Menü kommt zum Teilen auf den Tisch. Eine Karte gibt es nicht, stattdessen tritt der Service zu Beginn mit einem Korb an den Tisch, in dem die verwendeten Zutaten liegen. Was Alan Micks und Andreas Rieger so kochen: Kürbisbeignets mit Trüffel; Sellerie in der Salzkruste mit Dukkha und Salzzitrone; dazu hausgemachtes Sauerteigbrot mit aufgeschlagener Butter. Abgesehen vom Dinner gibt es einen Brunch (am Wochenende bis 14 Uhr) zum Festpreis, mit kalten und warmen Speisen und Kaffee der Berliner Toprösterei The Barn.

Essen im Restaurant: Im Sommer ist der Innenhof eine gleichwertig schöne Alternative zum weißgekachelten, von Kugellampen erleuchteten Gastraum.

 

Ora (Kreuzberg)

Das Ora, die Kurzform des Standorts Oranienplatz, befindet sich in einer ehemaligen Apotheke. An der Rückseite der verspiegelten Bar befinden sich noch die typischen Arzneischränkchen. Vor allem abends bekommt der holzgetäfelte, aus dem 19. Jahrhundert stammende Raum eine besondere Stimmung, mit Kerzen und frischen Blumen auf dem Bartresen. Das Essen muss sich nicht verstecken. Viele der im drei- oder viergängigen Menü verwendeten Zutaten stammen von der Farm des Michelberger Hotels, dessen Koch Alan Micks zugleich im Ora beratend tätig ist. Winterblätter mit Mandeln, Joghurt und Mahòn oder Seeteufel mit Fliedersprossen und Mönchsbart, anschließend eine Schokoladen-Frangipane-Torte mit Bergamotte und ein Friesisch Blue von der Berliner Käserei Alte Milch. Weil sich das Ora zugleich als Weinbar versteht, ist das Sortiment entsprechend umfangreich. Oder aber, man bestellt einen Ora Spritz, mit Mondino, Grapefruitbitters und Prosecco.

Essen im Restaurant: Wer nur eine Kleinigkeit zum Glas Wein möchte, setzt sich ab 17 Uhr für Snacks an die Bar.

 

Katz Orange (Mitte)

Das Katz Orange ist in einer ehemaligen Brauerei im klassizistischen Stil untergebracht, mitten in Mitte und doch verborgen in einem Hinterhof. Man geht dort zum Essen hin, aber auch zum Trinken. Geteilt wird ein sharing menu aus biologischen Zutaten, es kann aber auch à la Carte bestellt werden. Büffelmozzarella mit Brotsalat und Verbene zum Beispiel, Ceviche aus Lachsforelle von der Brandenburger Fischerei 25 Teiche oder die in Gänseschmalz gebackenen Pommes mit Aprikosen-Ziegenkäse-Dip. Als Dessert dann Pavlova oder Büffelmilcheiscreme. Auch die Drinks spielen eine wichtige Rolle. So entpuppt sich der signature aperitif als ein mit Kräutern infusionierter Grauburgunder, der Katz 75 wiederum ist eine Variation des Klassikers Frech 75 mit fermentiertem Limettensirup. 

Essen im Restaurant: Bei gutem Wetter unbedingt im Klinkerbauinnenhof reservieren.

 

Frea (Mitte)

Vegane Restaurants gibt es viele in Berlin, eines, das zusätzlich nach zero-waste-Kriterien arbeitet, ist bislang einzigartig. Das Frea gibt es seit 2019. Grün sind nicht nur die vielen Topfpflanzen im in hellen, erdigen Tönen gehaltenen Gastraum, sondern auch das, was auf den Tisch kommt. Nämlich ein mehrgängiges, komplett tierfreies Menü. Gegrillter Romanasalat mit Pilzen und Rucola-Pistazien-Pesto; eine kaffeeglasierte Aubergine mit Orangen-Koji-Sauce und rauchiger Auberginencreme; später weißes-Schokoladen-Eis. Teil des Küchenteams ist ein Müllschlucker namens Gerti, weil Müllvermeidung nicht nur den Verzicht auf Plastik und weitere Verpackungen bedeutet, sondern auch die Wiederverwertung von Speiseresten. 

Essen im Restaurant: Wer in Plauderlaune ist, nimmt am Gemeinschaftstisch Platz.

 

Layla (Kreuzberg)

Layla Best Restaurants Berlin

Bildnachweis: Layla

Neben dem Standort Tel Aviv betreibt der israelische Koch Meir Adoni Restaurants in aller Welt, so auch in Berlin. Im Erdgeschoss des Crowne Plaza Hotel befindet sich ein weitläufiger, durch geometrische Elemente unterteilter Raum, dessen Herzstück die offene Küche ist. Von dort kommt middle eastern comfort food der Extraklasse: das signature dish Auberginen-Carpaccio etwa; der superaromatische Street-Food-Snack Pani Puri oder als Hauptgang gebratener Oktopus im Kichererbsenteig mit Tahini und Ochsenschwanz-Mangold-Eintopf. Unbedingt Platz fürs Dessert lassen, etwa die Fadenteigspezialität Kadaif mit kandierten Pistazien und Pflaumenkompott. Im Vorderbereich befindet sich eine räumlich abgetrennte Bar, entsprechend ernst nimmt man das Getränkekonzept. Barchef Emanuele Broccatelli arbeitet bevorzugt mit mediterranen Kräutern und Gewürzen. So kommt der Herbarium Martini mit fünf verschiedenen Gins, Zitronenbasilikum und Thymian und der alkoholfreie The Florist mit Kamille. 

Essen im Restaurant: Besonders viel vom Geschehen bekommen diejenigen mit, die am Tresen Platz nehmen, mit Blick auf die offene Küche.

 

Lovis (Charlottenburg)

Lovis Best Restaurants Berlin

Bildnachweis: Lovis

Das Lovis befindet sich in einem ehemaligen Frauengefängnis und anders als vermutet, kommt man gerne an diesen Ort mit den unzähligen freischwebenden Glühbirnen zurück. Still wird es, wenn man die aufbrausende Kantstraße verlassen und das Areal des Wilmina Hotel betreten hat, in dessen Remise sich das Lovis befindet. Hier kocht Sophia Rudolph, eine Schülerin des Kochs Alain Ducasse, zuvor im Berliner Panama. Ihre Küche ist auf klischeefreie Weise feminin, gemüseverliebt und fein abgestimmt. Contemporary german cuisine bedeutet in diesem Fall Tomatentatar mit gebeiztem Eigelb und Senfgurke oder gegrillte Aubergine mit grünen Bohnen und Chimichurri, wobei das Gemüse selbstverständlich aus regionaler Biolandwirtschaft stammt. Der Käse kommt vom Berliner Käsespezialisten Fritz Blomeyer. Wer statt der alkoholfreien die Weinbegleitung gewählt hat, bleibt vielleicht über Nacht – die Zimmer des Hotels sind in den ehemaligen Zellen untergebracht.

Essen im Restaurant: Besonders stimmungsvoll sitzt man nahe der Glasfront, mit Blick in den üppig blühenden Garten.

 

Kochu Karu (Prenzlauer Berg)

Eine Fusion der spanischen und koreanischen Küche, das ist das Konzept des Kochu Karu, ein kleines, in dunklen Farben gehaltenes Restaurant unweit des U-Bahnhofs Eberswalder Straße. Dort bringt José Morillo seine Faszination für Südkorea auf den Teller, in Form von Gerichten wie einem Maisblini mit Kräuterseitlingen und Chillisauce, einer Makrele mit Pulpo-Paella-Sud oder einer acht Monate gereiften Tofucreme, die er zu Kimchi-Buns reicht. Seine aus Südkorea stammende Partnerin Bini Lee-Zauner ist für die Getränke zuständig. Der Fokus liegt auf europäischen Weinen, vom spanischen Cava bis Riesling von der Mosel, aber auch Sake und eine alkoholfreie Begleitung sind möglich, mit Überraschungen wie einem Kaki-Ferment, das sie mit Verjus und Feigensoda kombiniert. 

Essen im Restaurant: Wer bei gutem Wetter draußen sitzt, hat viel zu sehen, von Rennradfahrern über Touristinnen auf dem Weg zum Mauerpark bis hin zu hippen Einheimischen. 

 

Panama (Schöneberg)

Berlin und seine Hinterhöfe: In einem davon befindet sich das superästhetische Panama. Überall im in hellen Farbtönen gehaltenen Restaurant stößt man auf zeitgenössische Kunst, eine Lichtinstallation aus Neonknochen, Silberskulpturen, einen Kaktus. Dabei sollte man den Blick unbedingt auch auf den Teller richten. Der gebürtige Bayer Johann Maier, genannt Hansi, kocht auf zugängliche, genussbetonte Art. Seine Interpretation deutscher Regionalküche umfasst Portobello-Maultaschen; Stör mit Aalsauerkraut und Hackepeter, ein urdeutsches Gericht aus rohem Hackfleisch, mit Zanderrogen. Auf das Berliner Bauernbrot schmiert man Griebenschmalz. Konsequenterweise steht neben einer Wein- auch eine Bierbegleitung zur Auswahl, mit IPA von der Insel Brauerei auf Rügen oder einem Harvest Ale der Berliner Brauerei Lemke. 

Essen im Restaurant: Entweder für einen Aperitif oder einen Digestif in der dem Restaurant angeschlossenen Tiger Bar Platz nehmen.

 

Zenkichi (Mitte)

Zenkichi Best Restaurants Berlin

Bildnachweis: Zenkichi

Gegründet wurde das Zenkichi bereits 2006 von einer heimwehgeplagten Tokioterin in New York. Seit 2016 gibt es ein zweites Restaurant in Berlin. Erst befand es sich in einem unterirdischen Restaurant mit Separees, inzwischen ist es von dort in die Jüdische Mädchenschule gezogen, einem schmucken Gebäudekomplex in der Auguststraße. Zum Auftakt gibt es Sashimi von Topqualität, anschließend misomarinierten Kabeljau oder ein Stück gegrilltes Wagyu, jene japanische Toprinderrasse, der lediglich ein wenig Brunnenkresse beiseite gestellt wird. Das Süße zum Schluss kommt in Form einer gefrorenen Mousse aus schwarzem Sesam. Betreiberin Motoko Watanabe ist ausgebildete Sakesommelière. Warum nicht mal ein Menü von einem umami-satten Junmai oder einem floralen Junmai Ginjo begleiten lassen?

Essen im Restaurant: Wer am Fenster sitzt, hat einen guten Blick auf das für die Auguststraße so typische Kunstpublikum. 

 

India Club (Mitte)

Der auf der Rückseite des legendären Hotel Adlon Kempinski gelegene India Club vereint den Reichtum der nordindischen Küche mit Fine Dining. Die Mahagonimöbel im britischen Kolonialstil und die farbenfrohen Akzente wecken Reisesehnsucht. Zum Konzept der Innenausstatterin Anne Maria Jagdfeld gehört auch jener Lehmofen, aus dem die traditionellen Tandoori-Gerichte kommen. Die sollte man sich nicht entgehen lassen, Heilbutt mit Kreuzkümmel, schwarzem Pfeffer und Kokosessig zum Beispiel, ebenso wie die nordindischen Currys, das Rajasthani Gatte Curry etwa mit Ingwer, Joghurt und Chili. Nicht zu vergessen die Spezialität des Küchenchefs Manish Bahukhandi: ein 24 Stunden mariniertes Tandoori Chicken, serviert mit Naan und dem Linsengericht Dal.

Essen im Restaurant: Das Restaurant mit seinen 82 Sitzplätzen kann auch für private Veranstaltungen gemietet werden.